Die Spur des Pommerngoldes
von Stefan Schmidt
Die Spur des Goldes, von dem hier die Rede ist, lässt sich weit in die kulinarische Vergangenheit unseres Kontinents zurückverfolgen. Schriftliche Überlieferungen vom römischen Gelehrten Columella aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. belegen die Verwendung der Senfpflanze schon in der antiken Kochkunst, damals neben Ingwer, Meerrettich und Zwiebeln die einzigen Scharfmacher in der Küche. Traubenmost (mustum) wurde zusammen mit Senfkörnern vermahlen und ergab eine scharfe, süßliche Paste, im Lateinischen mustum ardens (brennender Most) genannt. Diese Wortkombination wurde später im Französischen zu moutarde, in einigen Gegenden Deutschlands zum Mostrich oder Mostert und im Englischen zum mustard. Der heute im norddeutschen Raum gebräuchliche Begriff Senf ist der lateinischen Bezeichnung für die Senfpflanze (sināpi) entlehnt.


